Adatpives intelligenz diagnostikum 3 (aid 3)

AID 3 ist eine Testbatterie, mit der ein möglichst breites Spektrum an kognitiven Fähigkeiten im Grundschul- und Jugendalter erfasst werden.

 

Testart: Mehrdimensionaler Intelligenztest

Altersbereich: 6 bis 15 Jahre

Quelle: Kubinger & Holocher-Ertl (Hogrefe, Göttingen)

in Anwendung seit: 2014

Durchführung: ca. 40 bis 75 Minuten; pro Zusatztest weitere zwei bis zehn Minuten

Adaptives Intelligenz Diagnostikum 3 zur Erfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit
Adaptives Intelligenz Diagnostikum 3 zur Erfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit

Aus welchen Aufgaben setzt sich der AID 3 zusammen?

 

Das AID 3 besteht aus den folgenen Untertests:

  • Allgemeinwissen
  • Realitätssicherheit
  • Angewandtes Rechnen
  • Soziale und sachliche Folgerichtigkeit
  • Unmittelbares Reproduzieren - numerisch
  • Synonyme finden
  • Kodieren und Assoziieren
  • Antizipieren und Kombinieren - figural
  • Funktionen abstrahieren
  • Analysieren und Synthetisieren - abstrakt
  • Soziales Erfassen und Sachliches Reflektieren
  • Formale Folgerichtigkeit

 


Die Untertests Allgemeinwissen, Angewandtes Rechnen, Unmittelbares Reproduzieren - numerisch, Synonyme finden, Funktionen abstraheiren und Soziales Erfassen und Sachliches Reflektieren erfassen erfassen verbal-akustische Fähigkeiten. Die Untertests Realitätssinn, Soziale und sachliche Folgerichtigkeit, Kodieren und Assoziieren, Antizipieren und Kombinieren - figural, Analysieren und Synthetisieren - abstrakt und Formale Folgerichtigkeit prüfen manuell-visuelle Kompetenzen.

 


Darüber hinaus umfasst das AID 3 fünf Zusatztests:

  • Unmittelbares Reproduzieren - figural / abstrakt
  • Einprägen durch Wiederholung - lexikalisch
  • Lernen und langfristiges Merken
  • Anonyme finden
  • Strukturieren - visumotorisch

Warum der AID 3 anstelle des HAWIK IV?

 

Förderungsorientierte Diagnostik

Das AID 3 umfasst eine vielzahl verschiedener Aufgaben und liefert möglichst viele, wesentliche Informationen über die kognitive Leistungsfähigkeit der untersuchten Testperson. Aus diesen Ergebnissen können individuelle Fördermaßnahmen abgeleitet werden.

 

Adaptives Testen

Dem AID 3 liegt das adaptive Konzept des Branched-Testings zugrunde. Danach werden den Testpersonen - im Gegensatz zu konventionellen Testverfahren (z. B.: HAWIK-IV) - nicht die gleichen Aufgaben vorgegeben. Vielmehr wird in Abhängigkeit der (Nicht-)Lösung der vorhergehenden Aufgabe anschließend eine leichtere, gleichschwierige oder schwerere Aufgabe gestellt. Dies ermöglicht es, dass die Testperson weitgehend nur Aufgaben entsprechend ihres eigenen Leistungsniveaus bearbeiten wird.

 

Das adaptive Konzept hat gegenüber konventionellen Testverfahren entscheidende Vorteile:

  • höhere Messgenauigkeit
  • geringere Durchführungsdauer des Testverfahrens
  • höhere Motivation
  • höhere Anstrengungsbereitschaft

 

Minder- bzw. Hochbegabung

Sowohl Minder- als auch Hochbegabung sind aufgrund des adaptiven Konzepts wesentlich genauer zu erfassen, als bei konventionellen Testverfahren.

 

Gerade in den Extrembereichen mangelt es bei konventionellen Tests oft an ausreichend leichten (Minderbegabung) bzw. schweren Aufgaben (Hochbegabung). Zu leichte Aufgaben könnten bei einem hochbegabten Kind beispielsweise dazu führen, dass es alle Aufgaben richtig löst (Deckeneffekt). Da aber mangels weiterer Aufgaben nicht erkannt werden kann, wie weit dieses Kind tatsächlich hätte kommen können, sind die Testwerte nur wenig messgenau.

 

Diagnostik von Teilleistungsstörungen

Neben komplexen kognitiven Fähigkeiten, wie Sprache, rechnerisches Denken und Wissen, können mit diesem Verfahren auch basale kognitive (Teilleistungs-)Fähigkeiten gemessen werden.

 

Unter komplexen kognitiven Fähigkeiten wird allgemein die Intelligenz verstanden. Dazu gehören etwa Sprache, rechnerisches Denken und Wissen. Dagegen umfassen basale kognitive Fähigkeiten neurologische Fähigkeiten und Funktionen, die Ursache für Störungen im Erwerb der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen oder auch für problematisches Verhalten in Lern- und sozialen Situationen. Diese sind unabhängig vom Intelligenzniveau der Testperson.

 

Im AID 3 werde folgende Teilleistungsfähigkeiten erfasst:

  • visuelle und akustische Differenzierungs- und Gliederungsfähigkeit
  • Raum-Lage-Orientierung
  • visuelle und akustische Serialitätsfähigkeit
  • visuelle und akustische unmittelbare Speicherfähigkeit
  • visumotorisches Langzeitgedächtnis
  • Verarbeiten / Benutzen einmal gespeicherter Inhalte im visumotorischen Bereich

Aufgrund von Defiziten in den genannten Teilleistungsfähigkeiten können Teilleistungsschwächen erkannt werden:

  • Dyskalkulie
  • Lese-Rechtschreibschwäche
  • Lern- und Verhaltensprobleme